Efrat Alony

Ihre Musik ist so vielschichtig wie ihre Biografie, die sie durch verschiedenste Länder führte, das Weggehen von der Heimat und das Zurückkehren durch die Sprache, das Hebräische, beinhaltet: Alony wurde als Tochter irakischer Einwanderer in Haifa geboren, wuchs in Israel auf. Dort begann sie ihr Studium in Komposition und Gesang, das sie später in den USA, am Berklee College of Music in Boston, fortsetzte und in Berlin, an der „Hochschule für Musik Hanns Eisler“, abschloss. Als Feature- Vokalistin und Komponistin trat Efrat Alony auf beim Sunday Night Orchestra, mit dem Ed partyka Jazz orchestra, mit dem Jazz Orchestra Concertgebouw, Amsterdam und mit der Bigband des Hessischen Rundfunks. Sie arbeitete als musikalische Leiterin und Vokal- trainerin für diverse Theaterproduktionen u.a mit dem renommierten amerikanischen Regisseur Robert Wilson. Seit 2009 unterrichtet Efrat Alony als Professorin für Jazz-Gesang an der Hochschule der Künste in Bern. 2006 gewann sie den mit 5000 Euro dotierten Jazz Performancepreis der Karl-Hofer- Gesellschaft Berlin. 2008 und 2010 erhielt sie mit ihrem Projekt Alony den Berliner Senat Jazz-Förderungs Preis. 2009 wurde ihr der International Jazz Award der Nürnberger Nachrichten verliehen und in 2010 nominierte sie die Jury für den BMW Welt Jazz Award. Nach der hochgelobten CD Dismantling Dreams (Enja, 2009; Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk) veröffentlicht sie 2012 mit A Kit for Mending Thoughts ihr fünftes Album (enja; Co-Produktion mit Radio Berlin Brandenburg).

Hamburger Kinder- und Jugendkantorei

Rund 160 Kinder und Jugendliche von 4 bis 14 Jahren treffen sich wöchentlich in den Hauptkirchen St. Petri und St. Katharinen, um in der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei zu singen. Die Leitung hat Kantorin Sabine Paap, die den Chor im November 2006 als Kinderchor St. Petri gegründet hat. Im April 2010 entstand eine Kooperation mit St. Katharinen. Seitdem bieten St. Petri und St. Katharinen eine hauptkirchenübergreifende Kinderchorarbeit im Herzen Hamburgs an. Höhepunkte im Chorjahr sind neben dem regelmäßigen Singen im Gottesdienst die Aufführungen von Kindermusicals und Krippenspiel, Auftritte zu besonderen Gelegenheiten wie der jährlichen Eröffnung des Hamburger Weihnachtsmarktes, das Quempas-Singen beim traditionellen Konzert "Liebe Alte Weihnachtslieder" sowie das gemeinsame Singen mit dem Hamburger Bachchor St. Petri und der Kantorei St. Katharinen. Besondere Auftritte der ältesten Kinder sind das Mitwirken bei Aufführungen z.B. der Carmina Burana oder der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Jährliche Freizeiten und Reisen ins In- und Ausland und eine Chorpartnerschaft mit dem Kinderchor Sankt Petri Kopenhagen mit gegenseitigen Besuchen und Konzerten bringen Spaß und schweißen zusammen. Die Chorgemeinschaft stärkt die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und verbindet sie über soziale und kulturelle Grenzen hinweg.

Arne Jansen

Von 1996-2001 Studium der Jazzgitarre an der Universität der Künste Berlin bei Jeanfrancois Prins, David Friedman, Sigi Busch und Peter Weniger. Unterricht bei Pat Metheny, Mick Goodrick, John Abercrombie, Kurt Rosenwinkel und Philip Catherine. Von 1998-2000 Mitglied der Konzertbesetzung des Jugendjazzorchesters der Bundesrepublik Deutschland (BuJazzO) unter der Leitung von Peter Herbolzheimer. Unternahm mit verschiedenen Ensembles Konzerttourneen durch die USA, Argentinien, Skandinavien, Türkei, Russland, Ukraine und Südosteuropa. Kontinuierliche Arbeit mit: ARNE JANSEN TRIO, KATJA RIEMANN, JAZZANOVA LIVE, NILS WÜLKER GROUP, GITTE HAENNING, FIROMANUM. Spielte u.a. mit KATJA RIEMANN OKTETT, NAKED RAVEN, PAUL VAN DYK, JOCELYN B. SMITH, TIM FISCHER, DANGER – Danish-German Jazzsextett, Fitzwilliam String Quartet (England), Filmorchester Babelsberg, etc. Preisträger beim Studiowettbewerb 2007 des Berliner Senats mit dem „Arne Jansen Trio“. Konzerte mit “ARNE JANSEN TRIO” u.a. bei: Jazzfest Berlin 2008, Enjoy Jazz 2008, Jazz Baltica 2009, Jazzahead – German Jazz Meeting 2010. Zusammenarbeit mit Michael Thalheimer & Bert Wrede bei der Produktion von Shakespeare’s “Was Ihr Wollt” am Deutschen Theater Berlin, 2008. Tätigkeit als Workshop-Dozent u.a. bei den Bundesbegegnungen „Jugend Jazzt“ 2001, 2003 und 2007, „Creativity Sessions“ in Hammelburg sowie im „Jazzcamp“ in Dänemark.

Sebastian Gille

Geboren am 1. Februar 1983 in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt, wuchs in einem Ort namens Hoym auf. Er stammt aus einer musikalischen Familie und begann im Alter von 14 Jahren Saxophon zu spielen. 2004 ging der damals 21-jährige nach Hamburg und studierte dort an der Hochschule für Musik und Theater, wo er Lehrstunden und Masterclasses bei Fiete Felsch, Phil Woods, Branford Marsalis, Donny McCaslin, John Taylor, Bobo Stenson, Ben Monder und John Ruocco bekam. Im Jahre 2007 wurde Sebastian unter anderem mit dem Dr. E. A. Langner Jazzpreis und dem Jazzförderpreis des Kulturforums Schleswig-Holstein ausgezeichnet. 2009 gründete Gille mit Pablo Held (p), Robert Landfermann (b) und Jonas Burgwinkel (dr) sein eigenes Quartett. Mit diesem veröffentlichte er im November 2011 beim Münchner Edel-Label Pirouet sein Debut-Album „Anthem“. In seiner noch jungen Karriere arbeitet(e) Sebastian Gille mit einer Reihe von renommierten internationalen und nationalen Musikern wie Abdullah Ibrahim, Al Jarreau, Norma Winston, Steve Swallow, Bob Brookmeyer, Maria Schneider, Adam Nussbaum, Nils Landgren, Joe Sample, Steve Gadd, Wolfgang Haffner, João Bosco, Tom Rainey, Michael Gibbs, Gary Husband, Christof Lauer, John Hollenbeck, Nils Wogram, Jim Black, Herb Geller, Steve Gray, Ben Perowski, Wolfgang Schlüter, Ian Thomas, Dieter Glawischnig, Rolf Kühn, Danny Gottlieb, Vladislav Sendecki, Johannes Enders, Gene Calderazzo, Jasper van´t Hof, Claus Stötter, Hubert Nuss, Henning Sieverts, Stephan Meinberg, NDR Big Band u.v.a.

Mads Tolling

International bekannter Violinist, Bratschist und Komponist, war neun Jahre lang Mitglied des weltbekannten Turtle Island Quartett und der Band des legendären Bassisten Stanley Clarke. Daneben spielte er bereits mit Chick Corea, Ramsey Lewis, Kenny Barron und Paquito D'Rivera. Seit 2007 leitet Mads seine eigene Gruppe, das Mads Tolling Quartett. Auf dessen Debut-CD “The Playmaker”, aufgenommen im Herbst 2009, spielen neben Stanley Clarke auch die Jazzgrößen Russell Ferrante & Stefon Harris. Das brandneue MTQ Album: “Celebrating Jean-Luc Ponty – Live at Yoshi’s” wurde im Mai 2012 veröffentlicht. Mads Aufnahmen wurden mit herausragenden Kritiken im Downbeat Magazine, Strings Magazine, Washington Post & San Francisco Chronicle bedacht. Als Bratscher des Turtle Island Quartets von 2003-2007 und als Violinist von 2008-2012 tourte Mads weltweit und gab internationale Meisterkurse. Für die während dieser Zeit entstandenen Aufnahmen “4+Four” und “A Love Supreme – The Legacy of John Coltrane.” gewann das Quartett zwei Grammy's für das beste Crossover Album. Mads erhielt den dänischen Sankt Annae's Award für herausragende Musikalität ebenso wie den Berklee Elvin Jones Award und besondere Anerkennungen von Königin Margrethe und der Sonning Foundation.

Matthias Schriefl

Geb. 1981, stammt aus dem Allgäu. Er erhielt ab seinem siebten Lebensjahr Trompeten- und Klavierunterricht, wurde als elfjähriger Bundessieger bei "Jugend Musiziert" und übernahm in der neunten Klasse die Leitung der Schulbigband, mit der er bereits erste Eigenkompositionen aufführte. Im Alter von 15 Jahren war er das jeweils jüngste Mitglied im Landesjugendjazzorchester Bayern und im BundesJazz-Orchester. Mit 17 wurde er mit seiner Band "Sidewinders" Bundessieger bei "Jugend Jazzt". Es folgten Touren durch Texas, Russland und Rumänien. Schriefl war Jungstudent am Konservatorium in München, studierte anschließend von 2000-2005 an der Musikhochschule Köln bei Andy Haderer und verbrachte ein Studienjahr in Amsterdam. Gegenwärtig lebt er in Köln. Schriefl erhielt als Solist sowie als Komponist und Bandleader zahlreiche Auszeichnungen. 2006 erhielt er den WDR-Jazzpreis für Improvisation, 2007 den "Stern des Jahres 2007" von der Münchner Abendzeitung, 2008 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Komposition, Dirigat, Instrumentalmusik. 2008 wurde er außerdem auf Vorschlag der Kölner Philharmonie zum "Rising Star" ernannt. Im Rahmen der internationalen Konzertreihe "Rising Stars", die von der European Concert Hall Organisation (ECHO) koordiniert wird, trat Schriefl 2008/2009 in den führenden Konzerthäusern Europas auf. Mit Shreefpunk tourte Schriefl 2007/2008 durch 15 Länder Europas, Mexiko, Australien und 7 Länder Westafrikas, die Band stationierte dabei in zahlreichen großen Konzerthäusern und Philharmonien.

Florian Poser

gilt als einer der interessantesten und renommiertesten Vibraphonisten in Deutschland. Er wurde 1954 in einer Musikerfamilie in Hamburg geboren. Seit 1972 spielt er Vibraphon. 1977-81 studierte er klassisches Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Anschließend erhielt er Unterricht bei den Vibraphonisten Wolfgang Schlüter und Tom van der Geld im Rahmen des Hamburger »Pop Music Course«. Er vervollständigte seine Ausbildung auf verschiedenen Workshops bei führenden Vertretern dieses Instruments, wie Gary Burton, David Friedman und David Samuels. Florian Poser machte sich einen Namen durch Konzerte, Festivalauftritte und Tourneen mit folgenden Bands und Musikern: FLORIAN POSER‘s LIFELINE, SUPERSESSION, Hendrik Meurkens (harmonica), Klaus Ignatzek (p), Wolfgang Haffner (dr), Peter Finger (g), Martin Müller (git), Martin Wind (b), Portinho (dr), Helio Alves (p), Roberto DiGioia (p), Thomas Stabenow (b), Henning Sieverts (b), Frank Delle (ts), Volker Winck (ts), Wayne Bartlett (voc) und vor allem durch die Aktivitäten mit seinem Projekt Florian Poser‘s BRAZILIAN EXPERIENCE. Florian Poser lehrt seit 1994 im Fach Jazz und Popularmusik an der Hochschule für Künste Bremen, der Hochschule für Musik Detmold und der Universität Bremen. Seine zahlreichen musikalischen Aktivitäten wurden durch verschiedene Kompositionspreise, Auszeichnungen und staatliche Stipendien gewürdigt.

Hugo-Distler-Ensemble

1988 in Lüneburg erstmals unter diesem Namen aufgetreten. Heute besteht es aus rund 35 Sängerinnen und Sängern. Unter seinem Leiter Erik Matz widmet es sich vorzugsweise selten aufgeführter Chormusik verschiedener Stilepochen. Besonders die Be­gegnung mit Werken seines Namensgebers Hugo Distler war prägend für den Chor: Hugo Distlers Bekenntnis zur musikalischen Tradition des 17. und 18. Jahrhunderts und die daraus für ihn erwachsenen Impulse für die Erneuerung der geistlichen (und weltlichen) Musik der Gegenwart spiegeln auch den Rahmen der musikalischen Arbeit des Ensembles wider. Der Chor konzertiert hauptsächlich mit a-cappella-Werken und ist aus mehreren Chorwettbewerben als Preisträger (Niedersächsische Chorwettbewerbe 1997 – 2005) sowie als Sieger („Cantemus 2004“, Niedersächsischer Chorwettbewerb 2009) hervorgegangen. Bei zwei Wettbewerben erhielt das Ensemble Sonderpreise für die Interpretation zeitgenössischer Werke. Nach seiner ersten Teilnahme am Deutschen Chorwettbewerb (Dortmund, 12.-16.05.2010) kann sich das Ensemble zur „Top Ten“ der deutschen Kammerchöre zählen. Aber auch international ist es bereits in Erscheinung getreten: „5. Platz beim „Concorso Corale Internazionale“ in Riva del Garda (Italien, 1.-4. April 2012) / 4. Platz beim „Budapessti Nemezetközi Kórusverseny“ (Internationaler Chorwettbewerb in Budapest, 24.-27. März 2013). Im Jahr 2008 veröffentlichte der Chor eine CD zum 100. Geburtstag Hugo Distlers mit Ersteinspielungen zweier seiner Chorwerke („Herzlich lieb hab ich dich, o Herr“, op. 2 und „Eine deutsche Choralmesse“, op.3 - Thorofon CTH 2551).

Eric Schaefer

Er ist kein Schlagzeuger, der im Hintergrund nur den Groove hält oder stupide mit den Besen rührt. Das ist ihm zu wenig. Sein Instrument ist gestaltbildendes Element. Schaefer ist vielmehr Schaffender, Aktiver und Kreativer. Damit ist er eines „der heimlichen Zentralgestirne in der […] deutschen Jazzszene" wie DIE ZEIT schreibt. Geboren 1976 in Frankfurt, ausgebildet in Köln und Berlin, ist Schaefer vor allem als Teil von Michael Wollny’s Trio [em], dem magischen Dreieck aus drei harmonierenden Individuen, bekannt. Mit ihrer aktuellen CD „Wasted & Wanted" löst „Deutschlands kreativstes Jazztrio" (Kulturspiegel) bei Presse und Publikum Jubelstürme aus. 2011 werden die Drei mit dem ECHO, dem wichtigsten deutschen Musikpreis, als bestes nationales Jazzensemble ausgezeichnet. Und ein Jahr später wird Schaefer für seine Leistungen hinter den Trommeln ebenfalls mit dem ECHO Jazz gewürdigt, als bester Schlagzeuger national. Zu reduzieren ist Schaefer auf dieses Trio keineswegs. Die Palette seiner musikalischen Ausdrucksformen ist vielschichtig. Das Carsten Daerr Trio oder Rockjazz mit Johnny La Marama sind weitere Schwerpunkte seiner Arbeit. Von Hardcore-Punk bis Milles Davis - all das ist bei ihm kein Wiederspruch. In welcher Konstellation auch immer: Schaefer prägt diese Bands mit seiner persönlichen Handschrift, seinen Kompositionen und seinem wandlungsfähigen, extrem farbenreichen und markant-eigenwilligen Spiel. Etwa 40 veröffentlichte Tonträger als Bandleader, Komponist und Sideman hat er bereits auf seinem Konto. Gäbe es einen Nobel-Preis für Schlagzeug, wäre Eric Schaefer laut ROLLING STONE ein ganz heißer Kandidat dafür.

Simon Wunderlin

Der Schweizer Drummer und Percussionist ist bestrebt, Menschen durch seine Musik Freude zu bereiten. Seine Offenheit gegenüber Neuem und seine Vielfältigkeit ermöglicht es ihm, die stark kontrastierenden Welten von der Marimba und dem Drumset miteinander zu verschmelzen. Mit der Marimba gibt er Solo- und Ensemblekonzerte im In- und Ausland. Im Dialog mit dem Publikum gibt er einen eindrucksvollen Einblick in dieses interessante Instrument und belebt jeden Raum mit dessen sanften Klängen. Sein Repertoire beinhaltet Werke von Gordon Stout, Paul Smadbeck, Eric Sammut, traditionellen Schweizer Volksliedern, Claude Debussy und Johann Sebastian Bach. Mit dem Drumset arbeitet er für Studio- oder Liveprojekte, z.B. für die Basler Band Ricky Leroy Brown und Two & Yuna. Er beeindruckt durch sein musikalisches Know-How, seine Präzision aber auch durch seine ungeheure Energie und das Ausbrechen aus dem musikalischen Kontext. Er kreiert neue Sounds und Spieltechniken, die für seinen Namen stehen.
Als junger Produzent ist es sein Ziel Kreativität dort freizusetzen wo die Musik sie verlangt. Seine Risikobereitschaft für das Realisieren neuer Ideen und Visionen ist beeindruckend und ansteckend. Gerade in der heutigen Musikszene braucht es Künstler, die Grenzen sprengen.

Athesinus Consort Berlin

1992 aus der Beschäftigung mit Alter Musik heraus von Klaus-Martin Bresgott gegründet. In der solistisch bis zur Doppelquartettgröße agierenden Besetzung erarbeitet das Ensemble vornehmlich die A-cappella- und continuounterlegte Literatur der Spätrenaissance und des Barock, daneben aber auch Werke der Moderne, wodurch es regelmäßig zu Uraufführungen kommt. Die Mitglieder, erfahrene KonzertsängerInnen, die auch im Collegium Vocale Gent, dem SWR Vokalensemble, dem Balthasar-Neumann-Chor und dem RIAS-Kammerchor sowie auf der Bühne des Deutschen Theaters Berlin, bei Sasha Waltz & Guests und anderen tätig sind, eint die Lust am auslotenden Sprachbild und den beziehungsreich agierenden Künsten. Neben gezielten kompositorischen Schwerpunkten verschreibt sich das Athesinus Consort Berlin ausgesuchten Themenkreisen, in denen die jeweiligen Texte konstituierendes Moment sind. Klassisch gelehrte Konzertprinzipien treten dabei in den Hintergrund und geben einer individuell bewegten Form den Vorzug, in deren Mittelpunkt synästhetisch verflochtenes Darstellen und Erleben steht. Beispielhaft steht hier die Zusammenarbeit mit dem Pantomimen Klaus Franz und dem Percussionisten und Geräuschzauberer Michael Metzler.

Kathrin Pechlof

Die Harfenistin, Improvisateurin und Komponistin Kathrin Pechlof ist eine der wenigen Instrumentalistinnen ihres Fachs, die den Klang der Harfe in den zeitgenössischen Jazzkontext integriert. Sie verfolgt dabei einen eigenen Weg jenseits aller Klischees vom Harfenengel und fernab herkömmlicher Stilkategorien. Das Studium klassischer Harfe in München und der Jazzkomposition und Improvisation in Köln sind Fundament ihrer kompositorischen Arbeit, die mit "selten zu hörender Schlüssigkeit zwischen der vermeintlich kalten und abstrakten Welt des Neutonalen und den Impro-Sphären des Jazz" oszilliert (Jazz Podium) Sie arbeitete mit renommierten Musikern der deutschen Jazzszene für Rundfunk- und CD Produktionen, neben ihrem Trio mit Robert Landfermann und Christian Weidner (IMAGINARIUM, Pirouet) mit Pablo Held (GLOW, Pirouet), Niels Klein (LOOM, Deutschlandfunk), Benjamin Schäfer (QUIET FIRE, Deutschlandfunk), Meinrad Kneer, Frank Gratkowski, Almut Kühne und Uli Plessmann (Phosphoros Ensemble, Unit Records). Sie spielte Konzerte mit Jonas Burgwinkel, Sebastian Gille, Tobias Christl, Lucia Cadotsch, Uwe Steinmetz, Wanja Slavin, Johannes Lauer, Matthias Schriefl, Hindol Deb und vielen anderen. Als Gast wird sie bei Grenzgänger-Projekten wie dem Elektronik-Trio Brand Brauer Frick (Pitch Festival Amsterdam, Mutek Festival Mexico City, Atonal Festival Berlin, Beethoven Fest Bonn u.a.) engagiert und spielte mit Popacts wie Max Herre (MTV Unplugged) und Emiliana Torrini (XJazz Festival). Mit dem Jazzquartett "Cosmic Groove Orchestra" war sie 2010 für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert und mit dem Kammerorchester Taschenphilharmonie München für den ECHO Klassik 2011. Ihre Arbeit ist in zahlreichen Radio-, TV- und CD Produktionen (Pirouet , BR, rbb, Deutschlandfunk, ZDF, perfect toy records, SONY, Himpsl records) dokumentiert.

Sven Kerschek

Der Gitarrenvirtuose und jüngste Spross einer Künstlerdynastie erblickte das Licht der Welt im malerischen Flensburg. Sven Kerschek studierte Jazzgitarre an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 1997 gewann er mit der Gruppe „Testreihe“ den Jugendkulturell Förderpreis der Vereins- und Westbank und ist aktuell in einer Vielzahl an Bands aktiv, darunter Lautgut76, Gabriel Coburger Quartett, Quintet Jean Paul, etc. Sven Kerschek ist vertreten auf zahlreichen Rundfunk und CD Aufnahmen mit Gabriel Coburger, Dieter Glawischnig, John Schröder, Stefan Meinberg, Claus Stötter, Jonas Schön, NDR Bigband, HR Bigband u.v.a. Er arbeitet an Theaterproduktionen mit Wolfram Apprich in verschiedenen Theatern und lebt zur Zeit als freischaffender Bassist und Gitarrist in Hamburg. 2012 erhielt er den mit 5000 Euro dotierten Werner-Burkhardt-Musikpreis. In der Laudatio heißt es: "Kerschek ist ein auffällig unauffälliger und für die Szene deshalb unverzichtbarer Meister der Vielseitigkeit; er musiziert auf der Gitarre und auf dem Bass stets hochgradig individuell und doch so dienlich, dass sein Beitrag zum Gruppenklang eher wie ein Wasserzeichen wirkt, nicht wie ein aufgedrückter Stempel."

Henning Sieverts

Der Bassist, Cellist und Komponist Henning Sieverts wurde 1966 in Berlin geboren und gilt als einer der gefragtesten Jazzmusiker Europas. Konzerte und Tourneen führten ihn auf alle fünf Kontinente. Seine Diskographie umfasst über 120 CDs, darunter 15 als Bandleader. Sieverts erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den ECHO JAZZ, den Neuen Deutschen Jazzpreis, den ersten Preis beim Jazz-Wettbewerb der „International Society of Bassists“ und den Staatlichen Förderpreis des Freistaats Bayern. Neben seiner Konzerttätigkeit arbeitet Sieverts intensiv als Komponist. Seine Suite „musica flora“ wurde 2013 vom „Lucerne Jazz Orchestra“ uraufgeführt. 2014 war Sieverts künstlerischer Leiter des Festivals „Tonspuren“ im Kloster Irsee und komponierte u.a. die Suite „Hexacor“ für Streichorchester und Jazz-Doppelquartett (als Doppel-CD veröffentlicht). Der studierte Journalist (Diplom an der LMU München) arbeitet seit 2003 als Moderator der „Jazztime“ beim Bayerischen Rundfunk. Sieverts ist außerdem Lehrbeauftragter für Jazz-Bass an der Hochschule für Musik und Theater in München. Er gibt zudem regelmäßig Kompositions- und Instrumental-Workshops, u.a. an den Musikhochschulen von Luzern, Bern, Köln, Nürnberg, und Würzburg.

Simin Tander

Simin Tander zählt zu den aufregendsten Persönlichkeiten der jungen europäischen Jazzszene. Mit ihrer bezaubernd weichen und gleichzeitig ungeheuer ausdrucksstarken Stimme baut sie Brücken zwischen okzidentalem Jazz und arabesquenhaften Vokalimprovisationen, ebenso wie zwischen Songwriting, Chanson und intimen Balladen. Seit 7 Jahren tourt sie international mit ihrem eigenen Quartett auf renommierten Festivals und Jazzbühnen (u.a. North Sea Jazz Festival, Philharmonie Essen, Jazzahead Bremen, Jazzfestival Madrid, Honkong Jazz Festival) und erhielt mehrere internationale Auszeichnungen. Vor ein paar Jahren wurden in Deutschland viele Krimi-Fans auf ihre besondere Stimme aufmerksam, als sie den Soundtrack für einen „Tatort“ (ARD) und zwei Episoden von "Der Kriminalist" (ZDF) sang und mitentwickelte. Ihr zweites Album „Where Water Travels Home“ erregte Furore in der internationalen Presse und erhielt durchweg enthusiastische Rezensionen. Seit 2014 arbeitet sie mit dem bekannten norwegischen Pianisten Tord Gustavsen zusammen, mit dem sie gemeinsam mit dem Schlagzeuger Jarle Vespestad 2016 bei ECM das Album „What was said“ veröffentlichte. Seitdem ist dieses Projekt weltweit auf diversen bedeutenden Festivals und in großen Konzertsälen zu hören. Dank ihrer afghanischen Wurzeln singt sie viele ihrer Lieder auf Paschtu und ihr Vorname verheißt übersetzt („glänzend“) eine vielversprechende Zukunft.