Autor: Maximilian Hulisz
BOTTROP. Bei „Orgel plus Waves“ gaben zwei Musiker in der Bottroper Kulturkirche ein Ausnahmekonzert mit Jazz, Blues und eigenen Improvisationen.

Als die einnehmende Musik von der Empore erklang, hatten Uwe Steinmetz und Daniel Stickan das Publikum direkt in ihren Bann gezogen. Die beiden Ausnahmekünstler boten bei „Orgel plus Waves“ eine verzaubernde Show.

Wildes Saxofonspiel

Sie hatten Musikliebhaber zu einer Reise in eine träumerische Klangwelt eingeladen, die mit Jazz-, Blues- und Kirchenmusik-Elementen gespickt war. Während sich die gut 100 Besucher auf den Kirchenbänken gänzlich in die zum Teil improvisierten Melodien fallen ließen, gab das Duo hinter den Besuchern alles, um von mit starken Eigenkompositionen zu überzeugen.
Dabei bot das Orgelspiel Stickans häufig das Bett für ein wildes, ausschweifendes Saxophon-Spiel, das Steinmetz virtuos gestaltete. Beide Instrumente waren zuweilen in Einklang, beide Klangfarben ergänzten sich bestens. Dezente elektronische Geräusche wie leichter Widerhall, der auf einzelne Songs abgestimmt war, unterstrichen die dargebotenen Titel umso mehr. Die gespannten Zuhörer lauschten und merkten schnell auf, wenn Variationen im bunten, fein gewobenen Tonteppich folgten.

Nähe zum Publikum

Einige Gäste schlossen ihre Augen, andere nippten an ihrem Glas Wein, wieder andere blickten sich ausschauhaltend zu den Solisten um. Vor allem Steinmetz war mit seinem Instrument über der Balustrade zu sehen. Er hielt sich dicht am Geländer auf, so dass das Saxophon schon ins Kirchenschiff ragte.

Zuerst stimmten die Künstler, die seit zehn Jahren zusammen Musik machen, die Anwesenden mit eigenen Liedern wie „Supernova“ und „Nearness“ auf die darauf folgende Stunde ein, um dann einen Bob Dylan Klassiker zu interpretieren. „The Times They Are A-Changin“ wurde von ihnen aufgebrochen und neu arrangiert, nur die bekannte Melodie des Refrains blieb noch erkennbar. Hier kam auch eine Flöte zum Einsatz.

Zuschauer fordern Zugabe

Den eindeutigen Höhepunkt des beeindruckenden Festival-Konzertes hob sich Formation jedoch bis zum Schluss auf. Die „Infinite Melody“ bestach durch eine starke Steigung in Geschwindigkeit und Lautstärke, die in einer Klimax endete. Lauter Applaus und Standing Ovations folgten. Eine Zugabe rundete die Vorstellung ab.

„Das Duo passt eindeutig in diesen Kirchenraum, Ihre Musik klingt wie eine lange, anhaltende Meditation“, so Gerd-Heinz-Stevens, künstlerischer Leiter des Festivals Orgel Plus.

„Wir hatten einen unglaubliche Höratmosphäre, das Stereoprofil der Orgel in Heilig Kreuz ist einfach inspirierend“, betonen Stickan und Steinmetz. Sie möchten in den kommenden Jahren wieder an der hiesigen Orgel-Konzertreihe teilnehmen. „Es war unser erster Auftritt in Bottrop und bei Orgel Plus, es wird aber hoffentlich nicht der letzte bleiben. Das Format ist einfach sehr gelungen.“